Berufsunfähigkeitsversicherung Schüler

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler abzuschließen erscheint auf den ersten Blick, ähnlich wie bei Studenten oder Hausfrauen, nicht besonders sinnvoll, da diese ja noch nicht erwerbs- oder berufstätig sind. Dennoch kann es durchaus Sinn machen, schon in dieser Zeit eine Berufsunfähigkeitsversicherung Schüler anzulegen, da das junge Eintrittsalter und die gute Gesundheit besonders günstige Versicherungsprämien möglich machen.

Natürlich sollte zuallererst das lebensnotwendige Einkommen der Eltern zur Sicherung des Lebensunterhalts versichert werden. Ist darüber hinaus noch Geld für die Absicherung eines Schülers vorhanden, kann sich ein frühzeitiger Abschluss der Versicherung positiv auf die später gezahlte Berufsunfähigkeitsrente auswirken.

Zu klärende Faktoren vor dem Abschluss einer BU für Schüler

Um die Sinnhaftigkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler sicher zu stellen, sollten diese Faktoren vor dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler geklärt werden:

  • Besteht die Möglichkeit einer Absicherung bis zum 67. Lebensjahr?
  • Wird das Anforderungsprofil der zuletzt ausgeübten Schultätigkeit bei Personen übernommen, die zum Zeitpunkt der Antragsstellung als Schüler tätig waren?
  • Auch wenn die Klausel der „abstrakten Verweisung“ heutzutage nur noch selten genutzt wird, sollte geprüft werden, ob der Versicherer bei Schülern hierauf vollständig und ohne Altersbegrenzung verzichtet.
  • Kann bei dem Versicherer Schulunfähigkeit oder Berufsunfähigkeit bei Schülern überhaupt versichert werden?
  • Sieht der Versicherer Vertragsänderungen beim Übergang vom Schul- ins Berufsleben des Versicherten vor?

Wird eine oder mehrere dieser Fragen mit Nein beantwortet, sollte für Schüler eine andere Versicherung gewählt werden, um die bestmögliche Absicherung zu erhalten.

Vorteile einer BU für Schüler

Wie bereits erwähnt, profitieren Schüler bei Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung von einem jungen Eintrittsalter und einem guten Gesundheitszustand. Je früher eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wird, desto geringer sind die zu zahlenden Beiträge. Außerdem kann der Versicherungsnehmer länger von Vorteilen wie beispielsweise einer Leistungsdynamik profitieren, welche die monatliche Rente im Leistungsfall um einen festgelegten Prozentsatz steigern kann.

Auch der Gesundheitszustand junger Versicherungsnehmer birgt Vorteile, da oftmals eine reduzierte Risikoprüfung seitens der Versicherung verlangt wird. Generell gilt: je jünger und gesünder der Versicherungsnehmer, desto geringer sind die zu zahlenden Beiträge.

Ein weiterer Vorteil der Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler ist die gleichbleibende Prämie. Die meisten Versicherungen haben festgelegt, dass die spätere Wahl eines Berufs die zu zahlenden Beiträge nicht erhöht. So kann auch ein risikoreicher Beruf kostengünstig versichert werden.

Verschiedene Tarifbedingungen

Viele Versicherungen bieten mittlerweile eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler an. Die Tarifbedingungen und Vertragsklauseln können sich je nach Versicherung leicht unterscheiden, sodass hier die gängigsten Tarifoptionen dargestellt werden.

Das früheste Eintrittsalter für eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler liegt bei 10 oder 15 Jahren. Die Höchstrente im Leistungsfall kann zwischen 1.000€ und 1.500€ monatlich betragen. Bietet die Versicherung die Option einer Nachversicherungsgarantie an, kann die monatliche Rente nachträglich gesteigert werden. Dann ist sogar eine Rente zwischen 12.000€ und maximal 30.000€ im Jahr möglich.

Häufig reicht eine reduzierte Gesundheitsprüfung bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler aus. Es müssen meist weniger als 10 Fragen beantwortet werden und der Abfragezeitraum bezieht sich auf eine kleine Zeitspanne von wenigen Jahren.

Wann wird ein Schüler als berufsunfähig eingestuft?

Eine Berufsunfähigkeit bei Schülern wird von den Versicherungen meist ähnlich eingeschätzt. Versäumt der Schüler aufgrund von einer leichten Erkrankung einige Tage oder wenige Wochen den Unterricht, wird noch nicht von einer Berufsunfähigkeit gesprochen.

Ist der Schüler allerdings voraussichtlich für mindestens 6 Monate aufgrund einer Krankheit, einer Verletzung des Körpers oder eines Kräfteverfalls nicht dazu in der Lage, mindestens an der Hälfte des Unterrichts teilzunehmen, wird er als berufsunfähig eingestuft. Dabei muss der Unterricht an einer allgemeinbildenden Schule stattfinden. Ist eine Teilnahme am Unterricht nur mit sonderpädagogischer Förderung aufgrund einer geistigen oder körperlichen Behinderung möglich, zählt der Schüler ebenfalls als berufsunfähig. Viele Versicherungen leisten auch rückwirkend und zahlen die vereinbarte Rente ab Beginn der Berufsunfähigkeit.

Berücksichtigt werden neben der Teilnahme am Unterricht auch weitere Faktoren wie beispielsweise der Schulweg, das Erledigen von Hausaufgaben, die Aufnahme-, Konzentrations- und Kommunikationsfähigkeit sowie die Teilnahme an bestimmten Fächern wie Sport oder Musik. Ist der Schüler nicht dazu in der Lage, diese Tätigkeiten für den oben genannten Zeitraum ohne fremde Hilfe zu erledigen, greift die Berufsunfähigkeitsversicherung. Einige Versicherungen können ärztliche Atteste einfordern, welche beispielsweise eine Lernschwäche oder eine Konzentrationsstörung belegen.

Der Grad der Berufsunfähigkeit wird individuell geprüft und ist neben der Erkrankung des Schülers auch abhängig von der Schulform und der Ausstattung der besuchten Schule.

Reglungen bei einem Berufswechsel

Bei einem Wechsel der Schulform, dem Beginn der 11. Klasse (gymnasiale Oberstufe) oder dem Beginn einer Ausbildung oder eines Studiums, wird der Beitrag des Versicherungsnehmers auf seinen Wunsch hin überprüft. Es kann sein, dass die zu zahlenden Beiträge sinken. Möglicherweise wird eine neue Risikoprüfung vorgenommen, um die Beiträge anpassen zu können. Einige Versicherungen verzichten innerhalb der ersten 5 Jahre nach Versicherungsabschluss auf eine erneute Risikoprüfung, sodass es ohne eine erneute Risikoprüfung zu einer Beitragsreduzierung kommen kann.

Ab wann zählt ein Schüler als Auszubildender?

Immer wieder kommt die Frage auf, ab wann ein Schüler von der Versicherung nicht mehr als Schüler, sondern als Auszubildender eingestuft wird. Die Reglungen unterscheiden sich je nach Versicherung ein wenig, gängig ist aber der Tag der Zeugnisübergabe oder der Beginn der Sommerferien im entsprechenden Bundesland. Als Stichtag kann außerdem der 31.07. herangezogen werden, der erste Tag der Ausbildung oder der Moment, indem ein Schüler einen Ausbildungsvertrag unterschrieben hat.