Niemand denkt gerne darüber nach, wie ein Unfall oder der Ausbruch einer schweren Erkrankung das eigene Leben beeinflussen würde. Trotzdem ist niemand vor diesem Risiko geschützt und es sollte sich frühzeitig um eine geeignete Absicherung gegen den Verlust der eigenen Arbeitsfähigkeit gekümmert werden. Eine Form der Absicherung stellt der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung dar. Im Leistungsfall, also dem Eintritt der Berufsunfähigkeit, erhält der Versicherungsnehmer eine festgelegte monatliche Rente, um das fehlende Gehalt ausgleichen und den gewohnten Lebensstandard aufrechterhalten zu können. Mehr über den Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung erfahren Sie hier.

Neben der privaten Vorsorge gibt es auch Formen der gesetzlichen Vorsorge, zu der auch die Erwerbsminderungsrente zählt. In diesem Blogbeitrag geben wir Ihnen wichtige Informationen und Tipps rund um die Erwerbsminderungsrente und zeigen, wieso die gesetzliche Absicherung allein in der Regel nicht ausreichend ist, um ein ausreichendes Sicherheitsnetz zu spannen.

Was ist die Erwerbsminderungsrente?

Gesetzlich Rentenversicherte können im Fall einer Erwerbsunfähigkeit einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen. Diese Rente soll das fehlende Einkommen ersetzen. Dazu muss die betroffene Person einige Voraussetzungen erfüllen, die den Anspruch auf den Erhalt der Erwerbsminderungsrente begründen.

Grafik: Erwerbsminderungsrente in Deutschland

Jedes Jahr beziehen rund 1.800 Menschen in Deutschland die Leistungen der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente. Für die meisten reichen diese Zahlungen jedoch nicht aus, weshalb eine zusätzliche, private Vorsorge wie beispielsweise in Form einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden sollte. Quelle: Statista.

Dabei wird zwischen der vollen und der halben Erwerbsminderungsrente unterschieden. Wer ab 1961 geboren, gesetzlich rentenversichert ist und auf absehbare Zeit voraussichtlich weniger als drei Stunden täglich arbeiten kann, erhält die volle Erwerbsminderungsrente. Wer hingegen zwischen drei bis sechs Stunden täglich arbeiten kann, erhält eine Teilerwerbsminderungsrente. Empfänger der vollen Erwerbsminderungsrente erhalten im Schnitt eine Rente in Höhe von knapp 30 % des letzten Bruttoeinkommens, bei der Teilerwerbsminderungsrente sind es noch knapp 15 %.

Achtung!

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist in der Regel nicht ausreichend, um die finanziellen Einbrüche, die aus einer Berufsunfähigkeit resultieren, auszugleichen. Außerdem müssen unterschiedliche Voraussetzungen erfüllt sein, um einen Anspruch auf die Zahlungen der Erwerbsminderungsrente zu erhalten. Daher empfehlen wir, zusätzlich eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, um ausreichend gegen den Verlust der eigenen Arbeitskraft vorzusorgen.

Wer zwar unter einer Erkrankung leidet, aber länger als 6 Stunden arbeiten kann, erhält keinen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente – bei dieser Einschätzung spielt der bisher ausgeübte Beruf keine Rolle mehr. Wer bisher beispielsweise als Dachdecker gearbeitet hat und nach einem Sturz zwar keine körperliche Arbeit mehr ausüben, aber im Büro arbeiten kann, hat keinen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente.

Sonderreglung: Jahrgänge vor 1961

Alle, die vor dem 02.01.1961 geboren sind und wegen einer Berufsunfähigkeit aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung nur noch weniger als 6 Stunden in ihrem gewohnten oder einem ähnlichen Beruf arbeiten können, haben Anspruch auf eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung. Wer ab dem 02.01.1961 geboren ist, hat nur dann Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente, wenn aus gesundheitlichen Gründen kein Beruf mehr ausgeübt werden kannunabhängig von Qualifikationen und bislang ausgeübten Berufen.

Welche weiteren Voraussetzungen für einen Anspruch auf volle oder halbe Erwerbsminderungsrente erfüllt sein müssen, erfahren Sie im Folgenden.

Welche Voraussetzungen müssen für einen Anspruch auf die Erwerbsminderungsrente erfüllt sein?

Es gibt verschiedene Bedingungen, die erfüllt sein müssen, um einen Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente zu erhalten. Ist eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, verfällt der Anspruch auf Erwerbsminderungsrente.

In der Regel müssen diese Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die betroffene Person kann nicht länger als sechs Stunden täglich arbeiten
  • Die betroffene Person ist für min. fünf Jahre über die gesetzliche Rentenversicherung versichert
    • In den vergangenen fünf Jahren hat die betroffene Person min. drei Jahre lang Pflichtbeiträge gezahlt
  • Reha-Maßnahmen können die Erwerbsfähigkeit nicht wiederherstellen
  • Regelaltersgrenze für Altersrente ist nicht erreicht
  • Arbeitsunfähigkeit wurde durch ärztliches Gutachten festgestellt

3 Tipps für den Antrag auf Erwerbsminderungsrente

Die oben genannten Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente zu haben. Allerdings heißt das nicht, dass auch trotz vollständiger Erfüllung der Voraussetzungen der Antrag des Berechtigten automatisch angenommen wird. Daher geben wir Ihnen die folgenden Tipps, um unnötige Komplikationen während der Antragsstellung von vornherein zu vermeiden.

Antrag sollte gut vorbereitet sein

Der Antrag auf eine Erwerbsminderungsrente sollte nicht überstürzt ausgefüllt werden. Eine gute und umfassende Vorbereitung kann entscheidend über die Antragsannahme sein. Unvollständige oder falsche Angaben über den eigenen Gesundheitszustand oder den Behandlungsverlauf können die Antragsstellung nicht nur enorm verzögern, sondern im schlimmsten Fall auch zur Antragsablehnung führen.

Wie genau die gesetzliche Erwerbsminderungsrente beantragt werden kann, lesen Sie hier.

„Reha vor Rente“

Eine Voraussetzung, um Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente zu erhalten, ist, dass eine Rehe die Arbeitsfähigkeit nicht wiederherstellen kann. Daher sollten Betroffene vor der Antragsstellung auf eine Erwerbsminderungsrente eine Reha absolvieren – unabhängig davon, ob eine Rückkehr auf den Arbeitsmarkt unwahrscheinlich scheint.

Hilfe holen

Die Antragsstellung für eine Erwerbsminderungsrente ist komplex. Daher sollten Betroffene sich professionelle Hilfe holen, um den Antrag vollständig und korrekt auszufüllen. Kommt es während der Antragsstellung zu Problemen, kann die ohnehin schon lange Bearbeitungszeit deutlich verlängert werden.

Vor- und Nachteile der Erwerbsminderungsrente

Der große Vorteil der Erwerbsminderungsrente liegt auf der Hand: Wer nicht mehr in der Lage ist, arbeiten zu gehen, erhält die Erwerbsminderungsrente, um finanzielle Einbrüche ausgleichen zu können. Die Höhe der Erwerbsminderungsrente hängt dabei vom individuellen Rentenanspruch ab.

Leider gehen auch einige Nachteile mit der Erwerbsminderungsrente einher. Dazu zählen neben klaren und teilweise sehr strengen Voraussetzungen auch die verpflichtenden Beitragszeiten in der Deutschen Rentenversicherung, ohne die kein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente zustande kommt. Für besonders junge Menschen kann das zu einem Problem werden. Hinzu kommt, dass die Zahlungen der Erwerbsminderungsrente – egal ob volle Erwerbsminderungsrente oder Teilerwerbsminderungsrente – in der Regel nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard weiterhin aufrechterhalten zu können.

Es ist zwar möglich, parallel zum Erhalt der Erwerbsminderungsrente einen Nebenjob auszuüben, allerdings gibt es auch dort klare Reglungen. Außerdem kann es auch dazu kommen, dass der Betroffene je nach Krankheit nicht in der Lage ist, einen Nebenjob auszuüben. Daher empfehlen wir: Sorgen Sie sich frühzeitig um eine ergänzende Absicherung.

Wichtige Ergänzung zur Erwerbsminderungsrente: Private Berufsunfähigkeitsversicherung

Der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine sinnvolle und wichtige Ergänzung zur Erwerbsminderungsrente. So kann sichergestellt werden, dass die betroffene Person die finanziellen Einbrüche ausgleichen kann, ohne den gewohnten Lebensstandard zu verlieren. Weitere Informationen zur privaten Berufsunfähigkeitsversicherung finden Sie hier. Hier gelangen Sie zu häufig gestellten Fragen und Antworten. Der Weg zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollte gut vorbereitet werden – hier finden Sie einen Wegweiser, der Ihnen auf dem Weg zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung hilft.

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