Berufsunfähigkeitsversicherung - Vertragsformen
Welche Vertragsformen gibt es?
Für die Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es unterschiedliche Gestaltungsformen. Je nach Bedarf kann nur die Beitragsfreistellung einer Hauptversicherung abgesichert werden, die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente, oder beides.
Historisch gesehen war die Berufsunfähigkeitsversicherung ein Zusatzbaustein zu einem Hauptvertrag, zum Beispiel einer Kapitallebensversicherung, oder einer Rentenversicherung. Daher sprach man früher stets von einer BUZ, einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung. Der Nachteil dieser Vertragsform bestand in der Regel darin, dass die Zusatzversicherung das Schicksal der Hauptversicherung teilte: Musste man wegen außerordentlichen Kapitalbedarfs also seine Lebensversicherung kündigen, war damit auch der Versicherungsschutz der Berufsunfähigkeitszusatzversicherung hinfällig, was nicht nur unerwünscht war, sondern für den Versicherungsnehmer auch extrem riskant sein konnte.
In Zeiten größerer Mobilität und Flexibilität entstand der Bedarf nach einer eigenständigen Versicherungslösung, die durch die Selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung geschaffen wurde. Hier steht der Versicherungsschutz gegen Berufsunfähigkeit für sich ohne übergeordneten Vertrag.
Dem Argument größerer, bedarfsgerechter Flexibilität und damit der Wahl einer Selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung steht das Gegenargument gegenüber, dass zumindest die Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit zu einem Altersvorsorgevertrag sehr sinnvoll sein kann, da eine eventuell abgesicherte Berufsunfähigkeitsrente nicht ausreichend bemessen sein könnte, um davon auch noch für das Alter vorzusorgen. Siehe auch unsere Ausführungen zum Thema Existenzbedrohung Private Absicherung bei Berufsunfähigkeit.
Wenig zu halten ist hingegen von der Argumentation, man solle die Berufsunfähigkeitsversicherung an eine Lebens-, oder Rentenversicherung ankoppeln, damit am Schluss auch dann etwas herauskommt, wenn man nicht berufsunfähig wird. Dies ist nach unserer Auffassung in der Regel eine Milchmädchenrechnung, da man mehr als nötig einzahlt, damit dem Versicherer etwas zum Ansparen übrigbleibt.
Berufsunfähigkeitsversicherungen (BUZ) gibt es als Zusatz zu Risikolebensversicherungen, Kapitallebensversicherungen, Rentenversicherungen, zur "Riester-Rente", zur "Rürup-Rente" bzw. Basisrente und in der betrieblichen Altersversorgung zur Direktversicherung, Pensionskasse und Unterstützungskasse.
























