Anzahl der Berufsunfähigen in Deutschland und die Ursachen der Berufsunfähigkeit

Jährlich werden etwa 200.000 bis 300.000 Menschen in Deutschland berufsunfähig. Laut des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft gelten psychische Erkrankungen dabei als häufigste Ursache. Besonders in den letzten Jahren hat ihr Anteil enorm zugenommen und liegt mittlerweile bei 29%. Die zweithäufigste Ursache bilden mit 23% Erkrankungen von Skelett, Muskeln und Bindegewebe. Weitere verbreitete Gründe für Berufsunfähigkeit sind Krebsleiden (15%), Unfälle (10%) und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sowie der Nerven (8%).

Unfälle gelten fälschlicherweise als häufigste Ursache

Die meisten Personen, die keine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben, begründen dies mit dem geringen Risiko. Denn viele von ihnen sehen ausschließlich Unfälle als möglichen Grund für eine Berufsunfähigkeit. Hierbei handelt es sich allerdings um einen Fehlschluss. Denn gerade Unfälle sind eine der selteneren Ursachen für Berufsunfähigkeit.

Das Risiko der Berufsunfähigkeit ist von mehreren Faktoren abhängig

Im Schnitt wird jeder fünfte Angestellte während seiner Erwerbstätigkeit berufsunfähig. Unter den Arbeitern ist sogar jeder Dritte betroffen. Wie hoch die Wahrscheinlichkeit der Berufsunfähigkeit jedoch im Einzelnen ist, hängt von mehreren Faktoren ab:

Alter: Wie eine Statistik der Deutschen Rentenversicherung belegt, tragen Personen zwischen 51 und 60 Jahren das höchste Risiko. Die Wahrscheinlichkeit liegt hier bei 53%. Am seltensten betroffen sind hingegen die über 60jährigen (5%) sowie die Altersgruppe der 20 bis 35jährigen.

Geschlecht: Laut Statistica.de ist das Risiko der Berufsunfähigkeit bei Frauen im Schnitt etwas geringer. Bestimmte Ursachen treten bei ihnen allerdings häufiger auf. Besonders psychische Erkrankungen führen bei Frauen wesentlich häufiger als bei Männern zu einem vorzeitigen Berufsausstieg.

Berufsgruppe: Bei der Berechnung der Beitragshöhe unterscheiden Berufsunfähigkeitsversicherungen zwischen risikoreichen und -armen Berufsgruppen. Das höchste Risiko liegt demnach u. a. bei Dachdeckern, Kellnern und Gerichtsvollziehern. Zu den am wenigsten gefährdeten Berufen zählen Ärzte, Architekten und Steuerberater.